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Wieder Polizei-Panne nach Überfall auf Ausländer

03.08.2008


Immer wieder kommt es in Sachsen-Anhalt zu rechter Gewalt

03. August 2007 
Wegen einer abermaligen Panne bei der Verfolgung mutmaßlicher Rechtsextremer nach einem Überfall auf Vietnamesen hat die Polizei in Sachsen-Anhalt Konsequenzen gezogen. Bei der Polizei in Burg wurden ein Dienstgruppenleiter und sein Vertreter von ihren Funktionen entbunden, teilte Polizeipräsident Johann Lottmann am Freitag mit. „Ich habe unverzüglich die Notbremse gezogen.“

Er warf den beiden leitenden Beamten vor, keine Verstärkung zum Ort des Überfalls geschickt zu haben. Die drei Täter waren in der Nacht zum Donnerstag nach dem Überfall auf die vierköpfige Familie in deren Wohnung in Burg nicht sofort in Gewahrsam genommen worden, so dass sie später noch die Räume verwüsten konnten. Die Vietnamesen hatten das Haus zuvor aus Angst vor einem abermaligen Übergriff verlassen.

„Peinlich und beschämend“

„Ich bin der Auffassung, dass die beiden Beamten nicht mehr in Burg ihren Dienst tun können“, sagte Lottmann. Er habe sie deshalb mit sofortiger Wirkung in das nahegelegene Genthin versetzt. Es sei „peinlich und beschämend“, dass die Polizei einer ihrer wichtigsten Aufgabe, Schutz und Hilfe zu leisten, nicht nachgekommen sei. „Den Beamten vor Ort will ich keinen Vorwurf machen“, sagte Lottmann.

Bei dem Überfall hatte ein 14-Jähriger durch einen Schlag ins Gesicht Prellungen erlitten. Gegen zwei der drei betrunkenen Männer im Alter von 18, 19 und 38 Jahren war noch am Donnerstag Haftbefehl ergangen. Sie hatten in dem Haus gefeiert, ehe sie die Tür der Nachbarwohnung eintraten, in der die vietnamesische Familie lebte. Dabei riefen sie ausländerfeindliche Parolen. Später kamen die Männer wieder, verwüsteten die Wohnung und stahlen elektronische Geräte.

„Zutiefst unmenschlich“

Innenminister Holger Hövelmann (SPD) sagte, er dulde kein Fehlverhalten von Polizeibeamten. Er habe versucht, das in einem offenen Brief im Juni allen Polizisten klarzumachen. Den Angriff auf die Familie bezeichnete er als „zutiefst unmenschlich“.

Justizministerin Angela Kolb (SPD) sagte am Freitag: „Ich hätte mir ein konsequenteres Vorgehen der Polizei gewünscht. Es ist beängstigend, dass Rechtsradikale nicht einmal mehr vor der Intimität der Wohnung zurückschrecken.“

In den vergangenen Monaten hatte es bei der Polizei in Sachsen-Anhalt mehrere Pannen bei der Verfolgung rechtsextremer Gewalttäter gegeben. Zuletzt hatten Beamten im Juni in Halberstadt Neonazis, die eine Theatergruppe überfallen hatten, zunächst laufen gelassen.

„Mit Sorge und Beschämung“

Der Caritasverband für das Bistum Magdeburg verurteilte den Übergriff. Zugleich sprach der Verbandsvorsitzende Bernhard Scholz am Freitag in Magdeburg der Familie sein Mitgefühl aus. „Mit Sorge und Beschämung müssen wir sehen, dass fremdenfeindliche Radikalisierungen und Gewalt gegenüber Migranten immer wieder in unserem Land stattfinden“, so Scholz.

Die Übergriffe wertete er als herben Rückschlag im Bemühen um Integration. Deshalb sei es notwendig, sich noch stärker gegen Ignoranz und Intoleranz einzusetzen. Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche, Mitglied im Netzwerk für Demokratie und Toleranz und als Teil der Zivilgesellschaft „sehen wir uns hier in einer besonderen Verantwortung“, sagte Scholz.

Unterdessen suchte die Polizei in Burg nach den Tätern einer weiteren ausländerfeindlichen Gewalttat. Ebenfalls in der Nacht zum Donnerstag war ein Chinese in einem Zug zwischen Magdeburg und Burg vermutlich aus fremdenfeindlichen Motiven beleidigt und dann in den Waggons verfolgt worden. Nachdem er den Zug verlassen hatte, wurde er von den Angreifern getreten und geschlagen. Der 27-Jährige fand Zuflucht im Zugbegleiterabteil eines anderen Zuges.

Quelle:
20.8.07 20:53
 


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